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aus meinem Familienalbum: mein Großvater und Autos

Ferdinand Lanner I - *1878 - 1947

Bereits vor dem ersten Weltkrieg stand der Name meines Großvaters immer wieder in den Siegerlisten von Bergrennen und Zuverlässigkeitsfahrten. Die ersten großen Erfolge ermöglichte ihm der Puch-Rennwagen (Konstrukteur Karl Slevogt), mit dem 1909 auch der österr. Geschwindigkeitsrekord eingestellt wurde.


1909 (oder 1910) auf Puch-Rennwagen
4 ltr ohc-Motor
- rechts Johann Puch, dessen Motorräder damals schon sehr erfolgreich an Rennen teilnahmen.

1920 - oder früher ??
dieses Bild
entstand bei der Erprobung von Flugmotoren (Phoenix Schulmaschine - ca. 1912).

   

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Nicht nur schnelle Autos, auch andere Motoren begleiteten sein Leben. Sein Beruf war Automobil- und speziell Motorenkonstrukteur.

Nach den Jahren bei Puch (oder schon währenddessen?) führte der Lebensweg meines Großvaters auch zu den Flugmotoren. Nach meinen Unterlagen bestanden enge Kontakte zu den k.u.k. Luftschiffern und später (nach 1911) auch zu den Fliegern.

Ob seine Dienstzeit während des 1.WK bereits damals begann oder er aufgrund seiner Kenntnisse eingezogen wurde, entzieht sich meiner Kenntnis.

Auf jeden Fall war er in den Jahren 1916-1918 k.u.k. Offizier, mit Einsätzen sowohl beim Kraftfahrkorps als auch bei den Luftschiffern, wahrscheinlich auch bei den Fliegern.

Austro-Daimler, Puch, Lohner, Warchalowski und Austro-Fiat arbeiteten vor und im WK1 an der Entwicklung von Flugmotoren (z.T. zusammen), sie befassten sich auch nach 1919 offenbar weiter damit, wenn auch in geringem Umfang, da für solche "Vergnügen" keine Mittel mehr zur Verfügung standen.


ca. 1917
als k.u.k. Offizier in Südtirol

   

 

Bemerkung am Rande ... während mein Großvater als Offizier zur Verteidigung der Südfront (Südtirol und Isonzo) kommandiert war, meldete sich mein Vater 1917 freiwillig zu den Tiroler Gebirgsschützen. So waren beide an der selben Front im Einsatz.


Nach den Kriegsjahren entschloss sich mein Großvater für Austro-Fiat zu arbeiten und war an der Entwicklung des AF1, des ersten "echten" AF (Österr. Automobil-Fabrik, vormals Austro-Fiat) beteiligt. In den Jahren 1922 - 1927 war er mit diesem Wagentyp ( AF1 ) als Werksfahrer bei Bergrennen und Wertungsfahrten immer vorne dabei. (siehe auch H.H.von Fersen - "Sportwagen in Deutschland" oder Martin Pfundner - "Vom Semmering zum Grand Prix" und "Die Alpenfahrt 1910-1973")

 

   

Sein erster Erfolg nach dem Krieg war der Sieg beim Semmering-Rennen am 18.9.1921 auf dem neu konstruierten AF IC mit 2,2 ltr. (gemeldet von H. van der Straaten). Klassensieg Automobile bis 2,5 ltr. und beste Zeit aller Automobile.

Nur wenige Tage später (25.9.1921) siegte er beim Riesrennen mit einem der beiden von Hans Schiller gemeldeten neuen AF. Wieder Klassensieg bis 2,5, ltr. Schneller war nur Delmar auf Steyr und Weiß auf Puch Spezial (ein Vorkriegs 5 ltr, wie er ihn vor 1912 gefahren hatte, siehe oben.)

 

1924

ein Zeitungs-Ausschnitt
1923 österr.-ungarische Wertungsfahrt

.

   

 

die Werksbeteiligung von ÖAF (ex Austro-Fiat) an der Österreichsisch-Ungarischen Wertungsfahrt war der 2,47 ltr. AF1, gemeldet von Wurmb, mit dem mein Großvater 1923 Dritter wurde hinter Walter Delmar auf Steyr und Kern auf Fiat 501. Vierter wurde Rudolf (Graf) Kinsky auf Steyr und Achter der spätere Daimler-Benz-Entwicklungschef Fritz Nallinger mit einem Benz.

derselbe Typ, Riesrennen 1924
Riesrennen 1924 - ÖAF Austro Fiat AF1 - 2 ltr., 60 PS
- Bestzeit Tourenwagen, 3. Platz gesamt

   

Bild li. aus dem Buch "Sportwagen in Deutschland" von H.H. von Fersen

 


1924 Alföld - Alpenfahrt
auf einem anderen AF1

8 Tage Wertungs- und Sonderprüfungen in Flachland und Gebirge. In Ungarn und Österreich. Die Kommentare in den Zeitungen von damals zu lesen, erinnert an Diskussionen, die noch in den siebziger Jahren geführt wurden. Es wurde geschimpft über verkappte Werksfahrzeuge, Service-Fahrzeuge, die in Wertung mitfuhren und speziell getunte Fahrzeuge, deren Aufgabe es nur war, Bestzeiten bei bestimmten Sonderprüfungen zu fahren um damit Werbung machen zu können oder um zu Gunsten eines Markenkollegen dessen Konkurrenten anderer Marken mögliche Wertunsgpunkte wegzunehmen. Werksregie kontra Privatfahrer.

Die 4-Zylinder AF1 fuhren gegen die 6-Zylinder von Austro Daimler und Stéyr. Lanner fuhr wie immer sehr gute Resultate am Berg, aber für positive Wertungspunkte in der Ebene war die Leistung des AF1 doch nicht ganz ausreichend.
- Ein legendärer Name findet sich unter den Motorradfahrern ..

 

   

 


aus AAZ 1924

Mein Dank an Manfred Noger !


Platz 9. von 39 gestarteten Tourenwagen

 

1925

ein tolles Bild !  - Austro Fiat AF1 -Riesrennen 1925 -Vergrößerung auf Maus-Klick!
Ries-Rennen (Graz) 1925
- mit dem ÖAF (Austro Fiat) AF 1

Beim Rennen auf die Ries war es die beste Zeit der Tourenwagen und der
4. Platz in der Gesamtwertung.

Es folgten 1925 Tagesbestzeit Hollenburg, Automobil-Bestzeit beim Tauernrennen und am Zirlerberg die Automobil-Bestzeit.

   

 


siehe links
- einen Moment vorher.
(die Bildunterschriften in einem Buch nennt als Ort und Jahr Zirlerberg 1921. Die Daten des Bildes links sind aber verbürgt und den AF1 in dieser Form gab es erst ab 1923 ... )


AAZ vom 6.Juni 1925

danke Manfred Noger !

heiße Klamotten ...
ÖAF / Austro-Fiat AF1 1925
- 2 ltr., 60 PS

 

   

 

1926

der neue AF1 mit flachem Kühler
Zirlerberg 1926 - AF1 mit Flachkühler - Automobil -Tagesbestzeit

   

 

Der AF 1 fuhr 1925 und 1926 auch mit einem Kompressor, der dem 2-ltr 4-Zylinder zu ca. 87 PS verhalf.

Bild links ist auch aus "Sportwagen in D"

 


   

 

 


Seine Erfolge bei Puch und bei Austro-Fiat brachten ihm u.a. 1933 das goldene Sportehrenzeichen des ÖAC ein. - Ferdinand Anton Viktor Lanner starb 1947.

   

 

 

   

 

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