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1903 baute Fiat das erste Auto für den Transport schwerer Lasten. Mit fast fünf Tonnen Nutzlast fuhr dieses Fahrzeug, der Typ 24 HP, in einer Vergleichsfahrt bis Genua. Die Presseberichte waren die beste Propaganda, um auch für Fiat eine Nachfrage nach solchen schweren Lastentransportern zu wecken. Neben speziellen Fahrzeugen für schwere Lasten wurden bei Fiat auch Fahrzeuge auf Pkw-Fahrgestellen mit kleinem und mittleren Tragvermögen, als Transporter für Gewerbe-treibende, die Post, mit Feuerwehr-Aufbauten und als Amulanzen gebaut. Bis heute baut Fiat auch solche, auf Pkws basierende, Nutzfahrzeuge.
Die Lkws mit höheren Nutzlasten durchliefen im Laufe der folgenden Jahre dieselben Entwicklungsschritte wie alle Nutzfahrzeuge auf der Welt. Anfangs hatten diese Fahrzeuge Räder mit Stahlreifen oder mit Vollgummibereifung. Es ergab ein hohes Eigengewicht, Fahrgestelle und Achsen zu bauen, die stabil genung waren, die harten Stöße der fast ungefederten Fahrwerke auf den schlechten Straßen unbeschadet zu überstehen. Selbst bei den üblichen kleinen Geschwindigkeiten schonten diese holpernden Laster die Ladung ebenso wenig wie Pferdefuhrwerke. Sie boten denen gegenüber jedoch einen wesentlichen Vorteil: Sie brauchten nur Treibstoff und Zuwendung, wenn sie in Betrieb waren. Aber damals schon behinderten gesetzliche Vorgaben und hohe Steuern eine schnellere Verbreitung.
Die Weiterentwicklung schritt aber schnell voran. Die Forderung nach wirtschaftlichem Betrieb bestimmte wie heute die folgenden Konstruktionenen.
Den Durchbruch für die Verbreitung der Lastwagen brachte der erste Weltkrieg. Die Stückzahlen schossen auf Grund der geforderten mengen an Transportfahrzeuge für das Militär in die Höhe und die Kassen von Fiat und anderen Herstellern füllten sich. Danach war ser Markt durch die kriegsbedingt hohen Stückzahlen auf Jahre hinaus gesättigt. Einzig Fiat konnte in Italien den Vorteil der vollen Kassen nach 1919 wirklich nutzen und die Entwicklung zukunftsträchtiger Fahrzeuge vorantreiben sowie in neue Fertigungsverfahren investieren. Die Konkurrenten gaben nach den Einbrüchen in den Jahren 1920 bis 1924 auf oder befanden sich einige Jahre später unter dem Dach von Fiat (z.B. OM-Züst, S.P.A., Scat-Ceirano).
Mit Einführung der Luftbereifung konnten die Eigengewichte deutlich verringert werden, da durch die Federung der Reifen weniger harte Stöße an das Fahrgestell kamen und dadurch die Fahrgestelle erheblich leichter werden konnten. Bei gleichen Achslasten führte das zu entsprechend höheren Nutzlasten. Gleichzeitig konnten durch die Luftreifen die fahrbaren Geschwindigkeiten erhöht werden, was zusammen genommen die Wirtschaftlichkeit (in Tonnen*km) wesentlich erhöhte.
Immer bessere Straßen und ständig verbessertes Verhältnis Nutzlast zu Eigengewicht, sowie sparsamere Motoren (g/kWh) führten weltweit zu einer stetigen Zunahme der zugelassenen Nutzfahrzeuge.
Die allgemeine Einführung des sparsamen Dieselmotors brachte in den Dreißiger jahren eine weitere Verbesserung der Betriebskosten. In Italien, einem Land, das auf Erdölimporte angewiesen war, war niedriger Spritverbrauch einer der wichtigsten Vorgaben. Wegen der begrenzten Erdölimporte wurden in Italien schon in den Zwanziger Jahren häufig Ersatz-brennstoffe wie Flaschengas (Methan, Propan, Butan, z.T. aus Kohle) oder Holzgasgeneratoren eingesetzt. Bei Fiat gab es bis in die vierziger Jahre Lkw und Omnibusse mit Gas, Holzgas und auch Elektroantrieb. Fiat setzte auch von Anfang an auf den Diesel-Direkt-Einspritzmotor, der zwar lauter war, aber sparsamer als die in anderen Ländern bevorzugten Vorkammer Motoren.
Fiat stellte 1931 mit dem 4-Tonner Typ 632 N und dem 6-Tonner 634 N die ersten Lkw mit Dieselmotor vor. Nach der ausgiebigen Erprobung 1929 bis 1931 in den Fahrzeugen 621 N und 621 PN war der Dieselmotor ein sparsamer und relativ zuverlässiger Antrieb geworden. Ab 1939 baute Fiat Frontlenker-Lastwagen. Die beiden Typen 626 N (3,5 to) und 666 N (6 to) waren auch die Basis für die diversen Militärfahrzeuge, deren Krönung der 5-Tonner Allrad 665 N war.
Die Transporter auf Basis der Fiat Pkw ergänzten das Nutzfahrzeug-Angebot. Die Lieferwagen auf dem langen Fiat 1100 Chassis sind legendär.
Da die Leistungen der Motoren pro kg Motorengewicht begrenzt blieben, konnte Leistung nur über größere Motoren, und damit über Verringerung der Nutzlast erreicht werden. Da aber immer höhere Nutzlasten und Anhängelasten gefordert wurden, blieben die Höchstgeschwindigkeiten auf 35 bis 50 km/h begrenzt. Erst in den Sechziger Jahren konnten stärkere Motoren bei gleicher Baugröße realisiert werden und damit erreichten die schweren Fahrzeuge Geschwindigkeiten im Bereich der (zulässigen) 80 km/h, womit die Menge des in gleicher Zeit transportieren Tonnage weiter anstieg.
Nach 1948 gab es bei Fiat neben den Lieferwagen 1100 die Typen 640 N (4 to) und 680 N (8 to) sowie den Solo-Lkw 670 N mit 7 to Nutzlast und dem schwächeren Motor des 640 N. Diese wurden ergänzt durch den 3,5 Tonner Allrad 639 N. 1952/53 wurden die Nachfolger 642 N, 681 N und 671 N mit anderen Fahrerhäusern, höherer Tonnage und modifizierter Technik vorgestellt.
1951 kam zu den Lieferwagen 1100 der 1,5 Tonner Fiat 615 hinzu, der ab 1953 als 615N mit Dieselmotor angeboten wurde und über die Entwicklungsstufe 616N zum bekannten kleinen Hauben-Lkw Fiat
616 N2 bis 616 N3/4 wurde, der bis 1978 im Programm war.
1955 kam das neue Fahrerhaus, das heute noch in aller Welt sofort als Fiat identifiziert wird. Das wegen der markanten Querstrebe als "Baffo" titulierte Fahrerhaus blieb auch nach Einführung des kubischen Nachfolgers bis ca. 1982 für Exportfahrzeuge in Produktion. Neben der Ergänzung der Grundtypen durch die Dreiachser 690 N (6x2) und 693 N (6x6) wurde auch ein neuer 16-Tonner für den Europazug eingeführt, der 619 N. Neben den Nutz- und Anhängelasten steigen die Motorleistungen laufend an. Nach Einführung des kubischen Fahrerhauses, das auch auf die vereinheitlichten Fahrzeuge von OM und Unic aufgesetzt wurde, kamen neben den 260 PS starken 6-Zylinder auch die ersten V8-Motoren von Unic (bis 307 PS) und später von Fiat (330 / 352 PS) im Typ 190 zum Einsatz.
In der 1-to Klasse setzte Fiat als Nachfolger der 1100er Lieferwagen mit Pkw-Front auf eine Frontlenker. Von 1957 bis 1971 gab es den 1100 T, der ab 1968 von Fia t238 und 241 ergänzt wurde. Der Nachfolger Fiat 242 war das erste Fahrzeug der Zusammenarbeit mit Citroen/PSA.
In der Klasse zwischen 2 und 4 Tonnen Nutzlast gab es die leichten Lkw von der Fiat Tochter OM. Die Typen Leoncino (ab 1951), Tigrotto (ab 1957) und Lupetto (ab 1959) waren im Straßenbild Italiens ständig präsent. Erst 1965 baute Fiat selbst ein Fahrzeug mit 2,5 to Nutzlast, den Fiat 626 N mit eigenständigem Fahrerhaus, der aber 1972, wie auch die mittleren OM Lkw, von der neuen Baureihe X abglöst wurde. Die Reihe X basierte auf den OM Fahrzeugen und wurde unter allen Markennamen (Fiat, OM, Unic) verkauft. Die Typenreihe begann mit dem Typ 35 (3,5 to ges.Gew.) und reichte bis zum Typ 100 ( ca. 10 to ges. Gew.) Die meisten gab es als Pritschen- und auch als Kastenwagen. 1977 folgte die ähnlich strukturierte Baureihe Zeta.
1955 kamen durch die Gründung der Autobianchi auch die Bianchi-Nutzfahrzeuge unter Fiat-Regie, wo sie noch einige Zeit weitergebaut wurden. Auch OM-Fahrzeuge gab es in den Sechziger Jahren als Autobianchi. 1969 übernahm Fiat die notleidende Fa. Lancia und beendete deren Lkw-Produktion im Werk Bozen bis auf einige Militärfahrzeuge.
Ab 1959 baute Fiat mit den Typen 645 und 650 auch Mittelklasse-Lkw (4 - 5 to Nutzlast, Solobetrieb), die mit verkürztem Baffo-Fahrerhaus ausgestattet waren. Ab 1969 wurde die Mittelklasse erweitert und bekam ein neues, eigenständiges Fahrerhaus. Aber bereits 1973 wurden diese Fahrzeuge wieder aus dem Programm gestrichen. Nachfolger waren die Typen Fiat 100 bis 159 mit verkleinerten kubischen Fahrerhäusern der großen Lkw, die in den Jahren 1979-1981 von Iveco-Typen abgelöst wurden.
Bis heute orientiert sich die weltweite Nutzfahrzeug Entwicklung an dem Ziel, möglichst preiswerte Tonnen-Kilometern, d.h. wirtschaftlichsten Transport zu ermöglichen.
Aber auch Themen wie hohe Zuverlässigkeit und geringer Verschleiß gehören zur Wirtschaftlichkeit. Ebenso war die in den Siebziger Jahren begonnene Anpassung der Fahrzeuge an den spezifischen Verwendungszweck eine zwangsläufige Folge der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit. Das führte zwar pro Fahrzeugtyp zu einer unüberschaubaren Vielfalt an Kombinationen diverser Radständen und Motorleistungen angefangen, bis zu diversen Rad- und Reifengrößen, Federungen, Fahrehäusern uva., es dient aber letztlich der Optimierung der Wirtschaftlichkeit.
Mit der Einführung der einheitlichen Iveco-Fahrerhäuser und den Typen der Turbostar-Reihe endete die Periode der reinen Fiat-Lkw. Anfangs stand das Markenzeichen noch dominant am Kühlergrill, neben einem kleinen "I"(veco), bal darauf kam die große Iveco-Schrift und ganz kleine "Fiat", "Magirus", "OM" oder "Unic". Ungefähr 1980 gab es nur noch Iveco als Markenzeichen.
Die Fahrzeuge der unteren Mittelklasse (X - und Zeta - Reihe - siehe oben ) waren OM-Entwicklungen, die zuletzt größtenteils bei Unic gebaut wurden. Die von Magirus geerbeten "Viererklub" Fahrzeuge blieben aus vertraglichen Gründen im Programm, die obere Mittelklasse wurde mit luft- und wassergekühlten Motoren als Fiat, Magirus, OM und Unic verkauft, bis es schließlich auch hier nur noch das einheitliche Iveco gab.
Die Lieferwagen der Reihe Ducato und kleiner, wie 900 T, Fiorino oder Marengo, 238, 241, 242 später u.a. Talento, Panda Van, Uno Penny, Scudo und Strada behielten den Namen Fiat.
Die Fahrzeuge der Daily - Klasse kamen als Baureihe "S" unter das Iveco-Zeichen. Ab 1978 bis zur Fusion mit Fiat 1987 baute auch Alfa Romeo S-Klasse-Fahrzeuge in Lizenz.
Ein weiterer Faktor in der Wirtschaftlichkeitsrechnung war und ist der Kaufpreis. Das Diktat des Marktes führte in den vergangenen fünfzig Jahren zum Ende der meisten Nutzfahrzeughersteller (und auch einer großen Zahl Pkw-Hertsteller). Und die Marken, die überlebt haben, gehören heute meistens zu einem der großen Hersteller: Iveco, Scania/MAN/VW, Volvo/Renault, Mercedes/Freightliner, Paccar/DAF. Alleinstehende Hersteller sind neben International (USA), Dina (Mexico/USA) noch Inder (Tata u.a) und Asiaten aus China, Japan (Hino ua.), Korea u.a sowie kleinere Nischanbieter oder lokal begrenzte Hersteller wie z.B. in Australien.
Die Iveco entstand 1974 durch die Zusammenführung der Fiat-Marken Fiat, OM, Lancia und Unic sowie dem Nfz-Hersteller Magirus der Klöckner-Humboldt-Deutz AG. 1986 übernahm die Iveco 48% der Lkw-Aktivitäten von Ford GB, 1987 die Firma Astra (schwere Baufahrzeuge und Militärfahrzeuge), 1990 60% von Enasa/Pegaso und 1991 Seddon Atkinson.
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Übersicht aller Typen in Daten-Tabelle Transporter und Lieferwagen und in der Daten-Tabelle Lkw bzw. in Bauzeit-Tabelle.
Fiat Traktoren und Landmaschinen
Was heute Case New Holland BV. heißt, ist ein Konglomerat aus mehr als einem Dutzend ehemals eigenständiger Firmen. Zu 84 % im Besitz von Fiat SpA kann CNH als Nachfolger der seit 1919 gebauten Fiat Traktoren gelten.
1978 bestand Fiat trattori aus 3 Werken für Fiat und OM Traktoren, Anteilen an Laverda und den Firmen Agrifull Tosseli und Saimm. Nach dem Kauf des US-Herstellers Hesston 1978 und der Aufstockung des Laverda-Anteils auf 75% wird Fiat trattori in Fiat Agri umfirmiert. Fiat Agri übernimmt weitere 20% von Ford New Holland (80% vorher schon bei Fiat SpA - siehe unten bei Baumaschinen) und wird in NewHolland GeoTech (s.u.) integriert. 1996 werden die Sparten Baumaschinen und Landmaschinen bei NH getrennt. Nach der Fusion der NH mit Case IH entsteht CNH Global. (Case New Holland Global N.V. mit Sitz in Amsterdam) mit den Sparten CNH Landmaschinen mit Sitz in USA und CNH Baumschinen mit Sitz in Italien (s.u.)
Fiat Baumaschinen
Die 1919 gebauten ersten Fiat Landmaschinen waren Raupenschlepper. Auch in den Fünfziger und Sechziger Jahren waren die Fiat Traktoren als Rad- oder Raupenschlepper erhältlich. Viele dieser Raupenschlepper wurden mit Planierschild oder Hubschaufel versehen als Baumaschinen verkauft. In den Sechziger Jahren wird das Geschäft mit Baumaschinen ausgegliedert. 1974 fusioniete Fiat Macchine Movimento Terra mit Allis Chalmers Baumaschinen in USA zur Fiat GeoTech.
Unter der Marke
Fiat Allis werden Baumaschinen weltweit vertrieben. Nach der Zusammenarbeit mit Hitachi folgte 1991 der Kauf von Ford New Holland durch Fiat SpA und danach die Gründung der New Holland GeoTech. 1993 wurde Fiat Agri (s.o.) in NewHolland integriert. 1996 wurden die Aktivitäten Landmaschinen und Baumaschinn getrennt. Nach der Fusion von NH mit Case IH wurden auch hier die entsprechenden Aktivitäten den jeweiligen Geschäftsfeldern zugeordnet (u.a Case Construktion zu CNH Baumaschinen) . 2002 endet die Zusammenarbeit mit Hitachi und es beginnt eine Zusammenarbeit mit Kapitalverflechtung mit der Fa. Kobelco, der Baumaschinensparte von Kobe Steel. 2005 heißt die Baumaschinensparte von CNH New Holland Kobelco Construction Machinery S.p.A.
Fiat Motoren
Neben der Herstellung von Motoren in allen Fahrzeugwerken von Fiat und den angegliederten Firmen kam es 1973 zur Gründung der Sofim (Societe franco-italienne de moteurs), einer Diesel-Motorenfabrik in Foggia zusammen mit Alfa Romeo und Saviem (Renault). Ab 1974 wurden dort 2.0 und 2.5 ltr Dieselmotoren für Transporter und Pkw hergestellt.
1996 wurde ein joint venture abgeschlossen zwischen CNH (s.oben), Iveco und Cummins - European Engine Alliance - zur gemeinsamen Entwicklung und Bau von Dieselmotoren. Dieses wird das "centre of excellence " für Motoren, angesiedelt bei CNH
Fiat Schiffsmotoren / Fiat Werften
neben kleinen Bootsantrieben auf Basis der Pkw- und Nfz-Motoren, wie sie bereits 1901 offiziell angeboten wurden, fertigte "Fiat Grandi Motori" ab 1903 Schiffsmotoren bis 300 PS. 1908 entsteht der erste leichte U-Boot-Motor als 2-Takt Motor nach Dieselverfahren, 1909 sein erster Nachfolger mit 300 PS bei 500 U/min.
1909 wird das drei Jahre vorher von Fiat übernommene Ansaldi Werk in der Via Cuneo der Sitz der Fiat Grandi Motori.
1913 leisten die U-Boot Motoren 1300 PS bei 350 U/min und ein Jahr später schon 2300 PS bei 125 U/min. Bis heute entstehen bei Fiat Grandi Motori schwere Schiffsmotoren.
Fiat Flugmotoren / Flugzeuge
Angefangen beim 50 PS Motor für das Flugzeug Typ Farman 1908 über den Rekordmotor A10000 bis zu den heutigen Turbinen erstreckte sich das Bauprogramm. Das erste Flugzeug, der Fiat 5B wurde 1914 gebaut. Eines der bekanntesten Flugzeuge war sicher der Fiat F 91. Dieser Bereich baute auch Satelliten und ist an europäischen Gemeinschaftsproduktionen für Flugzeuge (Eurofighter) oder Ariane beteiligt.
Fiat Schienenfahrzeuge.
Die Firma OM baute bereits im 19. Jahrhundert Lokomotiven. Das Zeichen dieser Firma zierte auch noch die meisten Fiat Lokomotiven und Triebwagenzüge ab den Fünfziger Jahren.
Die ersten bei Fiat in Turin in Zusammenarbeit mit Flli Diatto gebauten Schienenfahrzeuge entstanden im Jahr 1906: sechs Trambahnen mit je zwei Anhängern für die Messe in Mailand.
Sonstiges
Fiat unterhält eigene Eisenhütten, Walzwerke und auf spezielle Legierungen spezialisierte Stahl-werke.
Der Kugellager-Hersteller RIV war ein Lieblingsprojekt des Firmengründers, da das Werk mustergültige Arbeitsplätze in dessen ländlicher Heimatregion schaffen sollte.
Anfang der Fünfziger Jahre baute Fiat auch Kühlschränke nach amerikanischer Lizenz.
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Chronologie der historischen Entwicklung bei Fiat - (Pkw und Nutzfahrzeuge)
1899 Bau des ersten Fahrzeugs nach Lizenz von Welleyes
1900 Gründung der F.I.A.T. (Fabricca Italiana Automobili Torini)
1903 erste 6 Fiat Nutzfahrzeuge mit Nutzlast >2 to als Frontlenker mit Plattform.
1905 beteiligt sich Fiat mit 47% am Werk für Autoproduktion der Maschinenfabrik Ansaldi in Turin.
1906 übernimmt Fiat zu 100% die Ansaldi Fahrzeugfabrik und baut den Ansaldi-Fiat modifiziert als "Brevetti Fiat". (Patent Fiat) weiter.
1906 gründet Ansaldi die Fa. S.P.A. (Societa Piemontesi Automobili) zum Bau von Pkw und Lkw.
1907 Deutscher GP: Kaiserpreis im Taunus: Nazzaro auf Fiat siegt gegen stärkste Konkurrenz. Louis Wagner und Lancia werden 5. und 6. (von 21).
1909 Produktion des Brevetti Tipo 2 (Pkw u. Lieferwagen) zieht in das Fiat-Stammwerk, das Ansaldi Werk wird "Fiat Grandi Motori".
1911 mit 157 Stück über 100 Lkw gebaut. Mit den Typen 15 bis 19 gehen erste "echte" Lkw in Serie - Pritsche, Kasten, Ambulanz, Bus
1914 Überschreitung der 1000 Stück-Grenze bei Lkw
1915 bis 1918: kriegsbedingt expoldieren die Lkw-Stückzahlen: von 6.657 (1914) auf 12.225 in 1915 und 17.1217 (1917, sowie 14.304 Stück in 1918
1920 bis 1925. Marktsättigung durch übrige Militär-Lkw, geringe Verkaufszahlen.
1925 übernimmt Fiat die Mehrheit an der Fa. S.P.A (Societa Piemontesi Automobili) von Fam. Ansaldi.
1926 Gründung der SAFAF mit Fiat Beteiligung, Vorläufer der Simca.
1927 beteiligt sich Fiat (Deutsche Fiat Automobil-Verkaufs-AG Berlin, gegr. 1922), an der NSU AG (D) in Heilbronn, NSU-Fiat entsteht.
1927 letzter Fiat Sieg bei einem Grand Prix: Bordino siegt in Monza auf Tipo 806 GP mit dem revolutionären 1,5 ltr 12 Zyl.Motor
1929 Start der Fertigung von Fiat-Modellen (Pkw und Lieferwagen) in Deutschland.
1929 wird das "Consortium Fiat Veicoli Industriali" gegründet als Zusammenarbeit von: - Fiat (Nutzfahrzeug-Bereich), - der von Fiat kontrollierten Fa. S.P.A. und den Ceirano-Nfz-Werken (SCAT-Ceirano).
1929 wird das Werk Lingotto eingeweiht, Europas modernste Auto-Fabrik. Mehrstöckig, mit spindelförmigen Rampen, die die Stockwerke bis zur Einfahrbahn auf dem Dach (auch für Lkws) verbinden.
1930 "Fiat Veicoli Industriali" koordiniert gemeinsame Produktplanung, Teilefertigung und Vertrieb für alle Marken.
- Damit reicht die Produktpalette vom Lieferwagen mit 0,3 to über Lkw bis 6 to Nutzlast bis zu Omnibussen von 16 bis 40 Sitzplätzen (Busse hauptsächlich Ceirano).
1931 übernimmt Fiat die Mehrheit an Ceirano und gliedert Ceirano in S.P.A. ein.
1933 wird die Fa. OM (entstanden aus den Firmen Officine Meccaniche und Züst ) mehrheitlich von Fiat übernommen. Die Werke Brescia und Suzzara kommen zu "Fiat Veicoli Industriali". Die Fertigung von Pkw wird eingestellt.
1934 Gründung der Simca (F) mit Fiat-Beteiligung.
1935 Ausbau des Simca Werkes durch Fiat, Kapitalerhöhungen, Beginn der Fertigung von Fiat Fahrzeugen (Pkw u. Lieferwagen) als Simca.
1935 übernimmt Fiat die Fa. Ceirano zu 100% und übergibt die Leitung an OM. Ceirano baut keine eigenen Lkw/Omnibusse mehr, stattdessen Fertigung von S.P.A.-Fahrzeugen.
1936 beginnt der Bau des neuen Fiat-Werks Mirafiori.
1937 NSU-Fiat übernimmt Karosseriewerk Weinsberg
1937 Fusion der OM Milano und OM Brescia.
1947 Firmensitz der Deutsche Fiat in Heibronn statt in Berlin.
1947 S.P.A. wird vollständig in Fiat eingegliedert, die Fertigung der Fiat-Nutzfahrzeuge wird in das S.P.A.-Werk Stura verlagert.
1949 Simca (Fiat Mehrheit) übernimmt die Mehrheit an Unic (F)
1950 Simca (Fiat-Mehrheit) beendet die Fertigung von Fiat-Fahrzeugen und stellt erstes eigenes Fahrzeug vor (Simca 9 - Aronde)
1950 wird Seat mit anfänglich 7% Fiat-Beteiligung gegründet
1953 Beginn der Fertigung von Fiat-Fahrzeugen (Fiat 1400) bei Seat
1954 Simca (Fiat Mehrheit) übernimmt 85% des Werks Poissy der Ford S.A.F. France (Pkw Vedette und Ford-Lkw), Ford behält 15%.
1955 entsteht Autobianchi (Pkw u. Lkw) als Gemeinschaftsfirma von Bianchi, Fiat und Pirelli
1955 Beginn der Zusammenarbeit mit Zastava (Yugoslawien) zur Lizenzfertigung von Fiat-Fahrzeugen (Pkw, Geländewagen u. leichte Lkw)
1958 der Lkw Bereich von Simca (ex Ford France und Unic) werden als selbständige Einheit ausgegliedert.
1958 Simca beginnt stärkere Zusammenarbeit mit Chrysler (Entwicklung, Vertrieb), Fiat beginnt Simca Anteile an Chrysler zu verkaufen.
1961 Deutsche Fiat AG beendet das Markenzeichen "NSU-Fiat" und verkauft alle Fahrzeuge unter dem Markennamen "Neckar",
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die Automobil-Fertigung wird Ende 1960 umfirmiert in "Neckar Automobil AG".
1963 - 1966 übernimmt Chrysler alle Fiat-Anteile an Simca (Pkw), Ford verkauft seine 15% Anteile an Poissy auch an Chrysler.
1965 Fiat vereinbart mit FSO (Polen) die Lizenzfertigung von Fiat Fahrzeugen (Polski-Fiat 125 p ab 1967, später auch Fiat 126 u.a.)
1966 Fiat übernimmt Simca Lkw/Unic und nennt es "Fiat France" mit den Marken Fiat, OM und Unic.
1967 wird OM (seit 1933 mehrheitlich Fiat) und Autobianchi (s.o) von Fiat zu 100 % übernommen und eingegliedert
1967 und 1969 steigt die Beteiligung von Fiat an Seat durch Kapitalerhöhungen zunächst auf 31%, dann auf 41%
1969 läuft der erste in der Sowjetunion gebaute Fiat, der Lada 2101 "Shiguli", vom Band. Die Fabrik wurde von Fiat für AvtoVAZ auf "die grüne Wiese" gebaut (neue Stadt "Togliattigrad").
1969 Fiat Traktoren und Baumaschinen werden eigene Geschäftsfelder.
1969 Fiat übernimmt Mehrheit an Ferrari
1969 Fiat übernimmt Lancia (Pkw u. Lkw), Beendigung der Produktion der Lancia-Lkw
1969 Beendigung der Fahrzeugherstellung in Deutschland (Neckar Automobil AG) - Deutsche Fiat AG ist nur noch Importeur.
1969 Beginn der Vereinheitlichung aller Baureihen von Fiat, OM, Unic, Autobianchi und Lancia in ein Programm, aber unter Beibehaltung der Marken (Lkw, Busse, Motoren, Gabelstapler, Traktoren und Baumaschinen)
1971 erste vereinheitlichte Lkw (Fiat / OM / Unic) mit neuem gleichen Fahrerhaus. Beendigung der Produktion großer OM-Lkw
1972 Fiat (Nfz) übernimmt den brasilianischen Lkw-Hersteller FNM von Alfa-Romeo, -> Fahrerhaus Fiat 645/650 geht an FNM
1973 Gründung des Dieselmotorenherstellers Sofim (Societe franco-italienne de moteurs) in Foggia zusammen mit Alfa Romeo und Saviem (Renault) - ab 1974 Herstellung 2.0 und 2.5 ltr Dieselmotoren für Transporter und Pkw
1973 leichte OM-Lkw werden Basis für neue Fiat- und OM- Lkw Reihe "X", die vereinheitlichte neue Lkw-Mittelklasse
- Fertigung bei Unic, Einstellung der Unic-Mitteklasse-Fertigung.
1974 Gründung der Iveco (Amsterdam) durch Fiat und Klöckner-Humbold-Deutz (KHD). Mehrheit bei Fiat. Bauprogramm von Fiat (Marken Fiat,OM,Unic) und und KHD (Marke Magirus Deutz). - Die Marke Lancia bleibt noch für spezielle, ältere Militär-Fzg.-Typen bestehen
bis ca. 1984: Zusammenführung aller Baureihen und Marken unter dem Label "Iveco"
1974 fusioniert Fiat Baumaschinen mit Allis Chalmers Baumaschinen (USA) zu Fiat-Allis (80,2% Fiat) - (Allis Traktoren geht an Deutz)
1974 entsteht der erste Lieferwagen (Fiat 242 und Citroen baugleich) aus der Zusammenarbeit mit Citroen (PSA-Gruppe)
1974 wird die Produktion der schweren Unic-Lkw eingestellt, nach Erweiterung des gemeinsamen Lkw-Programms auf die Marke Unic.
1977 wird Vertrag mit Alfa-Romeo abgeschlossen über die Lizenzfertigung der S-Baureihe (Daily/Turbodily) und eines Fiat 128 als pick-up bei Alfa Romeo Südafrika
1978: Fiat Trattori kauft Hesston (USA)
1980: Fiat zieht sich aus der Beteiligung an Seat zurück
1981: Eröffnung des Werks Val di Sangro für die Transporterfertigung (S-Reihe-Typen) zusammen mit Citroen/PSA
1986: Iveco übernimmt 48% von Ford UK (Ford Cargo - Werk Lengley). Das Werk wird Haupthersteller der Mittelklasse (Iveco Eurocargo)
1987: Iveco übernimmt Astra (Baustellen- Militär- u. Spezialfahrzeuge)
1987: Fiat übernimmt Alfa Romeo und beendet die seit 1978 bei Alfa Romeo laufende Lizenzfertigung von Iveco-S-Klasse-Fahrzeugen.
1990: Fiat übernimmt Innocenti
1990: Iveco übernimmt 60% von Enasa / Pegaso
1991: Iveco übernimmt Seddon-Atkinson (GB) von Enasa. (Seddon-Atkinson entstand 1970 aus der von Fusion Seddon Ltd. und Atkinson Diesel Vehicles Ltd., ging 1974 an IHC und 1983 an Enasa)
1991: Fiat SpA übernimmt 80% an Ford New Holland. Geschäftsfelder gehen an Baumaschinensparte, es entsteht New Holland BV (Amsterdam)
1993: Fiat Agri übernimmt 20% an Ford New Holland und wird in New Holland integriert.
1994 Eröffnung Werk Sevelnord (F) - Fertigung Großraumlimousinen zusammen mit PSA (Peugeot/Talbot/Citroen).
1996 Joint venture zum Bau von Dieselmotoren zwischen Iveco, New Holland und Cummins.
1997 NH übernimmt Baumaschinensparte von O&K (Orenstein & Koppel) - (schwere Bagger O&K Mining gehen an Terex)
1997 NH verkauft exFiat Anteil an Hesston an Agco.
1997 Ferrari übernimmt Maserati
1998 Fiat unterzeichnet Abkommen zur Fertigung von Fiat Fahrzeugen in Nishny Novgorod und wird damit einer der größten Investoren in Russland.
2000 NH fusioniert mit Case IH zu Case New Holland Global NV. Amsterdam mit 84% Fiat (Fiat hielt bereits 50% an Case IH)
2000 Zusammenarbeit und Kapitalverflechtung mit General Motors
2002 vereinbart CNH Zusammenarbeit und Kapitalbeteiligung mit Kobelco / Kobe-Steel. Marken; Fiat Allis, Fiat-Kobelco, New Holland Construction (incl. Case Construction), Link Belt, Benati, O&K.
2005 Beendigung der Zusammenarbeit mit GM
2005 Zusammenarbeit mit Ford : gemeinsame Bodengruppe Ford Ka und Fiat 500
2004 Zusammenarbeit mit Suzuki auf Gebiet SUV
2005 übernimmt Fiat zwei Drittel des serbischen Herstellers Zastava.
2009 kauft Fiat 20% Anteil an Chrysler USA und übernimmt das Management. Option auf Erhöhung der Anteile.
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